Review: Lucy Without Diamonds – Alternate Reality

Hallo liebe Freunde! Unsere Proberaumnachbarn von Lucy Without Diamonds haben eine 5 Song (+ Intro) EP produziert und die wollen wir Euch heute mal vorstellen. Song für Song ein paar Impressionen:

Arrival – wer die Kostüme der vier Herrschaften kennt, wird sich nicht über ein genretypisches und durchaus selbstironisches Intro wundern.

Nevada Nightmare – lässt erstmal Punk Rock Einflüsse vermuten. Das Riffing beginnt recht eingängig und simpel. Kurz vor dem Break überrascht der Song dann mit einem Stimmungswechsel, der spontan an AFI erinnert, sehr erfrischend.

Unskilled – versteckt sich nicht hinter Referenzen. Incubus trifft Muse und verbündet sich mit merklichen System of a Down Einflüssen. Der Song begeistert mit einer wunderbaren Klimax und ist damit der Top Track auf der Platte. Hier glänzt wirklich jeder Musiker der Band an seinem Werkzeug. Sänger Alex bemüht hier seine ganze Palette.

Time – ein schönes Motiv, hier hört man die Zeiger (zwischendurch auch tatsächlich) ticken. Der Song steigert sich langsam und merklich in der Strophe, lockert sich in einem fragilen und gefühlvollen Chorus aber immer wieder auf – hier überraschen die Jungs wirklich mit ganz viel Gefühl. Kurz schlägt der Song nochmal um, gibt sich dann aber wieder dem wirklich schönen Chorus hin, um am Ende dann … hört selbst. Der Song ist ein klarer Geheimtipp.

Cereal Killer – kommt wieder Richtung AFI, treibt mit schönen Stakkatos im Verse an. Überhaupt läuft dieser Song schön rund vorwärts. Er bietet vielleicht weniger Überraschungen als andere Stücke der Platte, gefällt aber gerade durch diese Eingängigkeit.

Alternate Reality – beginnt mit starkem Incubus Klang, vergleichbar mit den frühen Platten der Amerikaner. Der Song ist weniger eingängig als die vorigen Stücke und hat einen ganz eigenen roten Faden. Beim ersten hören ist dieser Song weniger eingängig als seine Vorgänger – ein gewagter Abschluss für die EP mit dem gleichen Namen. Gut gefällt das Ende mit etwas Chili Peppers Würze.

Lucy Without Diamonds
Geballter Wahnsinn aus Rhein/Main – Lucy Without Diamonds

Fazit: Die Jungs haben ein schönes homogenes Werk abgeliefert, wobei jeder Song dennoch seinen eigenen Charakter entwickelt. Man merkt, dass die Jungs ihren Klang gefunden haben. Handwerklich ist am Gesamtwerk nichts zu bemängeln, gut produziert, glaubwürdig und nicht zu glatt poliert – Ehrlich und liebenswert wie die verrückten Herren von Lucy Without Diamonds.